Stubenabend mit Erich Wunsch, 8. Mai 2026

Das Rudolf-Fettweis-Werk der EnBW in Forbach - vom Traditionsstandort zum Zukunftskraftwerk

Beim Stubenabend am 8. Mai 2026 durften wir viele interessierte Gäste zu einem ebenso aktuellen wie für unsere Region bedeutenden Thema willkommen heißen. Mit Erich Wunsch, Mitarbeiter der EnBW in Forbach, konnten wir einen fachkundigen Referenten gewinnen. In seinem Vortrag mit dem Titel „Vom Traditionsstandort zum Zukunftskraftwerk – Die Schwarzenbachtalsperre und der Neubau des Pumpspeicherkraftwerks Forbach“ gewährte er spannende Einblicke in eines der größten Zukunftsprojekte im Murgtal.

Schwerpunkt des Abends war der umfangreiche Ausbau des Rudolf-Fettweis-Werks in Forbach. Nach einem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Anlage erläuterte der Referent die derzeit laufenden Modernisierungsmaßnahmen. Das Rudolf-Fettweis-Werk im Murgtal zählt zu den bedeutenden Pumpspeicher- und Laufwasserkraftwerken der Region. Die Anlage mit ihren verschiedenen Speicherbecken, darunter die bekannte Schwarzenbachtalsperre, wurde ab 1914 vom damaligen Land Baden errichtet und in den 1920er Jahren unter Rudolf Fettweis erweitert. Heute befindet sich das Kraftwerk im Besitz der EnBW.

Aktuell wird die traditionsreiche Anlage umfassend modernisiert und zu einem zukunftsfähigen Pumpspeicherkraftwerk weiterentwickelt. Kernstück des Projekts ist ein neues unterirdisches Kavernensystem, das tief im Berg entsteht und die Speicherkapazität des Unterbeckens auf etwa 400.000 Kubikmeter erhöht. Dadurch kann künftig deutlich mehr Energie gespeichert und bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit wieder ins Stromnetz eingespeist werden.

Mit eindrucksvollen Präsentationen und Filmaufnahmen vermittelte Erich Wunsch den Zuhörern einen lebendigen Eindruck von den enormen Bauarbeiten im Berginneren. Derzeit entstehen unter Tage rund sechs Kilometer neue Stollen und Hohlräume, die bestehende und neue Anlagenteile miteinander verbinden. Besonders die Aufnahmen der großangelegten Sprengungen beeindruckten die Besucher und machten die gewaltigen Dimensionen des Projekts sichtbar.

Neben den technischen Aspekten ging der Referent auch auf traditionelle Bräuche des Tunnel- und Bergbaus ein, die bis heute Bestand haben. So werden die klassischen Sprengsignale noch immer in nahezu unveränderter Form verwendet. Ebenso gehört eine feierliche Segnung vor wichtigen Bauabschnitten weiterhin zur gelebten Tradition. Dabei wird die Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, am Eingang des Sprengbereichs aufgestellt und gesegnet. Sie soll Schutz für die Arbeiter und einen sicheren Verlauf der Bauarbeiten gewährleisten. Erst dann erfolgen wichtige Sprengungen.

Der Vortrag verdeutlichte eindrucksvoll die wachsende Bedeutung von Pumpspeicherkraftwerken für die Energiewende. Sie ermöglichen es, überschüssige Energie aus Wind- und Solaranlagen zu speichern und bei Bedarf schnell wieder bereitzustellen. Damit tragen sie entscheidend zur Stabilität der Stromversorgung und zu einer sicheren Energiezukunft bei.

Mit langanhaltendem Applaus bedankten sich die Besucherinnen und Besucher bei Erich Wunsch für den informativen Vortrag und die faszinierenden Einblicke in ein außergewöhnliches Infrastrukturprojekt unserer Region.